Deutschland - Freizeit
Dresden / Landeshauptstadt
Sachsens
Dresden -
Zoologischer Garten
Diesen
Zoo findet man in Dresden auf der Tiergartenstraße in unmittelbarer
Nähe zum Großen Garten. Der 1861 gegründete und heute 13 Hektar große Zoo ist der viertälteste
in Deutschland. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er total zerstört, nur
acht Tiere überlebten. Heute jedoch sind fast 3000 Tiere zu sehen, besonders
Tiere Asiens, darunter
natürlich zahlreiche Menschenaffen. Die Dresdner Anlage zählt zu den
wenigen Zoos, in der tagaktive Buntmarder gehalten werden. Weitere
wertvolle Tierarten sind Breitmaulnashörner, Brillenbären und
nordchinesische Leoparden, ein 480 cm langes
Leistenkrokodil ebenso wie die nur 12 mm messenden Zwergbärblinge. Im Affenhaus tollen
schwarz-weiße Mantelaffen, in Volieren leben wie im südamerikanischen Urwald
Krallenäffchen - wobei die Affen wie in vielen Zoos nicht nur für mich einen Magnet darstellen. Mit
einer 1873 erworbenen Schimpansin begann die Haltung von Menschenaffen. Den
Dresdnern gelang es, erstmals einen Orang-Utan-Säugling bis zum erwachsenen Tier
aufzuziehen; heute gehören die Zuchterfolge bei diesen Menschenaffen zu
den bedeutendsten der Welt.
Aber es gibt hier viel, viel mehr zu sehen. Als
ich vor einigen Wochen hier in diesem Zoo war, stellte ich
fest, dass in den letzten Jahren viele Tieranlagen modernisiert, vergrößert und
naturnah gestaltet wurden.

Die Unterbringung für die Krallenäffchen wurde
biotopgerecht gestaltet, die Orang- Utans erhielten eine Freianlage und durch
Zusammenlegungen von Einzelgehegen konnnten regionale Tiervergesellschaftungen
auf größeren Flächen gebildet werden.
Im Herbst 1997 wurde der "Zoo unter
der Erde" eröffnet. Hier bietet sich u. a. ein Einblick in das unterirdische
Leben der Hummeln, Höhlengrillen, Wanderratten und Höhlensalmler.
Was
hat mir nun vielleicht besonders gut gefallen:
Afrikahaus
Das Afrikahaus wurde 1998
zur neuen Attraktion - unter afrikanischem Himmel, gastronomisch versorgt, mit
Elefanten 'am Tisch.' Das Anschauen lohnt sich! 1999 wurde die Tundraanlage
fertiggestellt - eine Freianlage moderner Art! Und die Neuerungen/Verbesserungen
sollen weiter gehen.
Direkt im Eingangsbereich ist eine Kolonie von Nacktmullen nicht
zu übersehen. Sie sind Säugetiere, die eusozial leben, d. h. sie sind in Kasten
unterteilt wie Ameisen oder Bienen. In der eigentlichen Tierhalle geht man auf weichem
Waldboden und schaut zwischen den Pflanzen des Galeriewaldes hindurch auf
vier Elefantendamen.

Die Bananenpflanze blüht
im Frühjahr und trägt auch jede Menge Früchte.
Linker Hand befindet sich die Anlage der Mandrills, einer
Urwaldpavian-Art aus Westafrika. Kennzeichnend bei den Männchen ist das bunte
Hinterteil, welches in seiner Farbgebung der am Kopf sehr ähnelt.
Orang Utans
Kommt
man aus dem Affenhaus raus, dann
steht man direkt am Eingang zum Menschenaffenhaus. Hier leben die
Sumatra-Orang-Utans. Ihre Haltung und Zucht hat Tadition im Zoo Dresden, denn
bereits 1927 gelang hier die erste Aufzucht in Menschenhand überhaupt. "Buschi"
wurde auf dem Transport nach Europa geboren und wurde sogar Vater im Zoo
Dresden. Nach dem Krieg bis 1994 wurden hier 25 Orang-Utans geboren und 21
erfolgreich von den Eltern in der Gruppe aufgezogen.
Heute leben hier zwei
Gruppen. Eine Gruppe besteht aus den zwei schon älteren Weibchen
mit ihrem Jungtier, die 1999 geboren wurde. Die zweite Gruppe besteht aus dem Quartett Toni, der aus Budapest kam,
und den Weibchen Dunja und Daisy, die beide im Zoo Dresden geboren wurden. Toni
und Daisy überraschten im Februar 2003 mit der kleine Djasinga, welche
unbestritten der Publikumsliebling ist.

Rhesusaffen
Zwischen Streichelzoo und
"Zoo unter der Erde" liegt die Felsanlage für die Rhesusaffen, einer sehr
alten
Anlage, die 1992 komplett umgebaut wurde. Sie sind bei uns Menschen bestimmt
fast genauso beliebt wie die Oran Utans, denn auch bei ihnen
ist immer etwas los: Die einen jagen sich gerade, andere
schälen sich -wie wir Menschen- eine Banane, sie jagen sich,
turnen auf den Bäumen herum...
Die aus den Bergregionen des
Himalaja-Massivs stammenden Affen kommen auch mit Schnee und Eis bestens
zurecht. In ihr geheiztes Haus unter der Felsanlage gehen sie im Winter nur, um
Futter zu holen. Im Sommer findet man sie gern und oft an oder sogar im Wasser
oder sie nehmen auch gern eine kühle Dusche unterm Wasserfall.
Die Aquarien und Terrarien
Hier
ist es warm. In
dem Aquarium leben überwiegend Bewohner Südostasiens und Chinas. Besonders
auffällig sind neben mehreren Nattern die wunderschöne Color-Krabbe, die knapp 5
m langen Netzpythons und das 4,5 m großes und 250 kg schwere
Leistenkrokodil "Max".
Max lebt seit 1958 im Dresdner Zoo. Seine alte Anlage wurde durch einen Anbau
im Jahr 2002 um das Dreifache erweitert. Nach dem An- und Umbau bietet die
Unterkunft jetzt seinem Bewohner 66 m2 beheizbaren Pool und 24
m2 Landteil.
Raubtiere
Das Raubtierhaus ist
eines der ältesten Häuser im Zoo. Zu sehen sind hier überwiegend asiatische
Raubtiere wie Fleckenmusang, Binturong, Fischkatze oder die Sandkatze.
Nicht fehlen darf natürlich der (afrikanische) Löwe und der aus Amerika
stammende Puma (Berglöwe). Eine bemerkenswerte Anpassung der Sandkatze an ihren öden Lebensraum ist ihr
breiter, abgeflachter Schädel und die weit außen am Kopf sitzenden Ohren. Dank
ihrer Kopfform vermag sich die Sandkatze aber so flach zu machen, dass ihr
selbst die geringsten Bodenunebenheiten als Deckung genügen. Zum Opfer fallen
der Sandkatze vor allem kleine Wüstennager, Echsen und Insekten.

Borneo-Flussschildkröten
Die
Orlitia
borneensis ist eine der größten
Flußschildkröten Südostasiens. Ihre Körperlänge kann bis zu 80 cm betragen. Sie
ist eine seltene, im Wasser lebende Art, die nur in Sumatra und Borneo vorkommt.
Die Sumpfschildkröte benötigt unterschiedliche eiweißreiche Nahrung, besonders
in Form von Fleisch. Sie frisst in Gefangenschaft aber auch überreife Bananen
sowie Salat. Der einfarbige dunkel- bis hellbraune Rückenpanzer ist
stark gewölbt und stumpfkielig. Der
Bauchpanzer ist vorwiegend hell und hat nur in der Jugend längs des Außenrandes
dunkle Flecken. Die Männchen unterscheiden sich durch einen längeren und
dickeren Hals von die Weibchen.
Von der Biologie dieser
Süßwasserschildkröte ist ansonsten wenig bekannt. Die Art ist durch übermäßigen
Verkauf auf chinesischen und anderen asiatischen Lebensmittelmärkten stark vom
Aussterben bedroht. Dazu kommt noch ein zunehmender Verlust des Lebensraumes,
der die Stabilisierung der Population erschwert. Die Borneo-Flussschildkröte ist der einzige Vertreter einer
monotypischen Gattung und stellt gleichzeitig die größte Fluss- und
Sumpfschildkröte Südostasiens dar. Nach aktuellen Daten ist sicher,
dass sie, wie die meisten Schildkröten des tropischen Asien, vom Menschen
verfolgt wird und bei anhaltendem Druck in ihrer Heimat aussterben wird.
Weltweit existieren nur sehr wenige zoologische Einrichtungen, die diese
Schildkröte halten; noch seltener glückte bisher die Zucht. Der Zoo Dresden hat
im Jahr 2004 eine Zuchtanlage für sein Paar fertiggestellt, um Erkenntnisse zur
Haltung und Zucht zu gewinnen. Die Anlage gestattet es nun, Männchen und
Weibchen nach Wahl getrennt oder in Gemeinschaft zu halten. Ein Landteil, der
die Eiablage gestattet, schließt sich im Hintergrund an. Der Zoo Dresden
beteiligt sich an der 2004 von der EAZA initiierten „ShellShock“-Kampagne zur
Zucht hochbedrohter südostasiatischer Schildkröten in Zoos. In den nächsten
Jahren werden Versuche unternommen, die einzelgängerischen Individuen zur
Fortpflanzung zu bringen.'
Der Zoo Dresden ist ein Partner der „Stiftung Artenschutz“, einem weltweit
agierenden Bündnis zwischen Zoos, Naturschutzorganisationen und
Wirtschaftsunternehmen. Die „Stiftung Artenschutz“ kümmert sich vor Ort um den
Erhalt von Lebensräumen und Tierarten, z.B. bildet sie Ranger aus, verhindert
Holzeinschlag und leistet Aufklärungsarbeit bei der ansässigen Bevölkerung.
Man
könnte noch ewig von diesem Zoo schreiben und -zig Bilder
dazu setzen - aber alles würde nicht einen persönlichen
Besuch dort ersetzen. Vielleicht noch ein paar Bilder und
ein paar Gedanken:


Beteiligung an Bemühungen des Europäischen Zooverbandes zur
Erhaltungszucht
In der Grundsatzerklärung der IUCN werden Zoos als
Institutionen benannt, zu deren Aufgabe es gehört, Reservepopulationen bedrohter
und aussterbender Arten heranzuziehen. Zur wichtigsten Aufgabe aller Zoos gehört
die Förderung des Artenschutzes insbesondere durch international koordinierte
Zuchtprogramme bestimmter Tierarten, sodass in den Zoos sich selbst erhaltende
Populationen entstehen. Der Zoo Dresden bemüht sich speziell um die Zucht
bedrohter asiatischer Wildtiere, wie Bartaffen, Orang-Utans, Fischkatzen oder
Westkaukasischer Tiere.
Bilder: © Monika Frunzke
11.06.05