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 Rostock

 

Deutschland - Freizeit
Hansestadt Rostock

 
Zur Geschichte der Stadt

Rostock liegt an der Warnow und gehörte  einst zu den mächtigsten Mitgliedern des mittelalterlichen Hansebundes. Diese Stadt bezeichnete man einst als die „Perle des Nordens“. Spuren dieser berühmten Vergangenheit findet man heute noch.
Rostock hat eine sehr wechselvolle Geschichte, sie spannt sich von einer slawischen Burgsiedlung aus dem 12.Jahrhundert bis zur modernen Großstadt heut mit 250.000 Einwohnern.
Verbunden ist diese Geschichte untrennbar mit dem Wasser. Das beginnt schon bei der Namensgebung: Der Name Rostock hat sich aus dem alten slawischen Wort ..Roztoc", entwickelt, was soviel bedeutet wie Auseinander­fließen. Damit war die einstige Unterwarnow gemeint, die sich an dieser Stelle plötzlich auf 500 m Breite öffnete. Damit bot die Unterwarnow
 gute strategische Voraussetzungen für eine Verteidigungsanlage. Erst viel später  wurde dann die Ostsee, die nur 12 km  entfernt liegt, wichtiger. Hier konnten die schwer beladenen Hansekoggen anlegen, die die Handelskontore von Oslo, Riga, Bergen, Nowgorod und auch Brügge anliefen. Das brachte der Stadt großen Reichtum.
Heute sind es der Schiffbau, der Fährverkehr nach Skandinavien, die Hochseefischerei und nicht zuletzt der Tourismus, die die Lebensadern der Stadt ausmachen. Und als einzige deutsche Großstadt kann Rostock wohl von sich behaupten, dass sie sogar einen eigenen Badeort besitzt - Warnemünde?
Aber nicht nur Schifffahrt und Handel prägten die schnell wachsende Stadt. Rostock, die zweitwichtigste Hansestadt, bekam schon 1419 eine eigene Universität. Dies war die erste in Nordeuropa und die Rostocker waren stolz darauf, dass sich selbst die mächtigen Lübecker kein solch geistiges Zen­trum geschaffen hatten. Die vielen Studenten kamen nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Skandinavien – das machte die Einheimischen noch weltoffener.
Wie alle deutschen Städte an der Ostsee hatte auch Rostock unter dem Dreißigjährigen Krieg zu leiden, aber auch an anderen Auseinandersetzungen. Durch den Westfäli­schen Frieden (1648), die Auflösung der Hanse (1669) und einen verheerenden Stadtbrand (1677) erlebten die vormals rund 11000 Bürger der Stadt einen enormen wirtschaftlichen Niedergang, bis schließlich nur noch 5000 Menschen in den Stadtmauern lebten. Erst im 19. Jahrhundert gab es durch den Aufschwung durch die Schifffahrt und einen Eisenbahnanschluss (1850). Das ermöglichte dem Hafen einen wachsenden Getreideexport und hier wurde der erste deutsche eiserne Schraubendampfer gebaut. 1870 besaß Rostock mit 378 Schiffen die größte Flotte im gesamten Ostseeraum. Die Stadt wuchs schnell, neue Vorstädte entstanden für die vielen Bürger, die es nach Rostock zog. Noch vor dem Ersten Weltkrieg erfolgte ein enormer Hafenausbau.
Ab 1933 wurde Rostock ein Zentrum der Luftwaffenindustrie, aber dafür musste die Stadt im Zweiten Weltkrieg bei den zahlreichen Luftangriffen einen schrecklich bezahlen und auch das Stadtbild wurde schwer getroffen.
Der Neubeginn war schwer - aber er gelang. Schiffbau und Fischerei, der Handel und der wachsende Tourismus ließen ein neues Rostock entstehen - ganz im Sinne der alten Inschrift am Steintor: Sit intra te concordia et publicia felicitas - „In deinen Mauern herrsche Eintracht und allgemeines Wohlergehen".

Ein Stadtbummel durch Rostock mit einigen seiner Sehenswürdigkeiten

Der Neue Markt, an dem das prächtige Rathaus mit seinen sieben gotischen Türmen liegt, wird auch als „Rostocks gute Stube“ bezeichnet. Hier kann man auch heute noch erkennen, wie reich die Stadt einmal war. An der Westseite ragt die mächtige Marienkirche, eine kreuzförmige Basilika, empor, deren Kunstschätze (z.B. die Kanzel und die berühmte Astronomische Uhr von 1472) allein schon eine Reise nach Rostock wert wären.
Aber auch einige andere Kirchen sind sehenswert, so z.B. der Bau von St. Michelis,
  die Nikolaikirche und die dreischiffige Basilika St. Petri.  
Die gotischen und barocken Giebel der Häuser an der Kröpeliner Straße zeugen ebenfalls heute noch von der einstigen reichen Handelsstadt. Heute ist diese Straße mehr ein Platz zum stilvollen Bummeln. Und an vielen Orten kann man feststellen, dass es hier gut gelungen ist, alte Bauformen mit modernen Baustilen zu verbinden.
Weite Teile der alten Rostocker Stadtbefestigung sind noch erhalten. Die Wallanlagen, die Stadtmauer und vier Tore können bei einem Rundgang um die Innenstadt besichtigt werden. Das Kröpeliner Tor ist eins der vier (von sieben) noch erhaltenen ehemaligen Stadttore. Der Unterbau dieses Tores stammt etwa aus dem Jahr 1280.Das Kröpeliner Tor beherbergt ein Museum:

Rostocks Seebad   –  Warnemünde

Wer heute den Badeort Warnemünde besucht, erkennt bestimmt, dass die frühere Haupteinnahmequelle der Menschen hier der Fischfang war. Der Rostocker Rat hatte den Ort 1323 vom mecklenburgischen Fürsten gekauft, um sich damit den freien Zugang zur Ostsee zu sichern. Allerdings behandelten die Rostocker ihre neuen Mitbewohner nicht gerade sehr entgegenkommend; alle wichtigen Rechte wie Schiffbau, Handel und Handwerk, ja sogar das Recht der Fischerei wurde ihnen zunächst entzogen. So nimmt es nicht Wunder, dass der Ort 1834, als das erste Damen- und auch ein Herrenbad eingerichtet wurde, nur 750 Einwohner hatte. Fünfzig Jahre später kamen schon mehr als 2000 Badegäste, die den hellen Ostseestrand, die salzige Seeluft und das Spiel von Wind und Wellen genossen. Der Badebetrieb entwickelte sich sehr gut und 1883 tauchte am Strand erstmals eine Erfindung eines Rostocker Korbmachers auf: der Strandkorb, der von hier aus seinen Siegeszug durch die vielen Badeorte angetreten hat.
Zu Beginn mussten die Damen und Herren noch im züchtigen Abstand von 100 Metern getrenntvoneinander über die hellen Holztreppen ins Ost­seewasser steigen und sich an extra gespannten Seilen vorsichtshalber festhalten.
Heute findet sich hier alles, was das Urlauberherz begehrt: vom Bootsverleih über die Surfschule bis hin zu den vielfältigsten Sport- und Erholungsmöglichkeiten. Und vor allem der breite Ostseestrand. Immer wieder beeindruckend ist ein Spaziergang durch den Ortskern mit seinen pittoresken Fischer- und Seefahrerhäuschen, der Kulisse der großen Warnow- Werft und der Betrieb des internationalen Fährhafens.. Warnemünde ist Ausgangspunkt für Fährverbindungen nach Skandinavien
.. Schon 1873 verkehrte ein regelmäßiger Postdampfer zwischen dem Fährhafen und Nykjöbing und später wurde von hier aus die Eisenbahnfährverbindung nach Gedser aufgenommen.
Die Warnemünder Promenade wird auf der einen Seite vom Seepott eingefasst, auf der anderen Seite vom unübersehbaren „Neptun“-Hotel. Der breite helle Strand gehört zu den schönsten an der ganzen deutschen Ostseeküste.
  
                                                                                
 Bilder: © Monika Frunzke