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Festtage - Ostern       

                                         
Ostern und Osterbräuche
(Ostern = Erwachen der Natur)
 

Das Osterfest
Ostern ist das älteste und höchste christliche Fest. Die christlichen Kirchen
feiern die Auferstehung Jesu nach seinem Tod am Kreuze am Karfreitag.        
Der Ursprung des Wortes "Ostern" ist umstritten. Vermutlich geht das Wort auf den althochdeutschen Namen eines Frühlingsfestes
ostarum oder auf eine germanische Frühlingsgöttin mit dem Namen Ostara zurück. Andere vermuten den Ursprung des Wortes Ostern in dem Wort Ost, weil in dieser Richtung im Frühling die Sonne aufgeht.
Das christliche Osterfest wird abgeleitet von dem jüdischen
Paschafest, das am ersten Frühlingsvollmond (egal auf welchen Wochentag es fällt) zur Erinnerung an die wunderbare Befreiung aus der Knechtschaft der Ägypter begangen wird. Es war ursprünglich ein Hirtenfest, an dem ein Lamm geschlachtet wurde. Darauf wird auch die Verbreitung des Osterlamms zurückgeführt. Im Christentum wurde das Osterlamm mit Christus gleichgesetzt.
Das Datum des Festes wurde beim Konzil von Nicäa 325 auf den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling gelegt. Bei der Gestaltung der heutigen Osterfeiern vermischen sich heidnische Bräuche und christliche Gebote. Vielen alten Bräuchen wurden nachträgliche christliche Inhalte gegeben.

Die Karwoche
Die Karwoche, auch
Stille Woche, Heilige Woche oder die Passionszeit (Leidenszeit) genannt, liegt zwischen Palmsonntag und dem Ostersonntag. Das Wort leitet sich ab von kar (mittelhochdeutsch) und dem althochdeutschen chara mit der Bedeutung "Trauer, Wehklagen, Schmerz". Am Palmsonntag zog Jesus in Jerusalem ein. In der folgenden Woche wurde er verhaftet und am Karfreitag an das Kreuz geschlagen. Ostern feiert das Christentum seine Auferstehung.

Palmsonntag
Der Palmsonntag ist der letzte Sonntag vor Ostern. Der Name bezieht sich auf den Brauch, an diesem Sonntag eine Prozession bis in die Nähe der Auferstehungskirche zu machen. Dabei werden Palmzweige und - auf einer Bahre - ein Kreuz oder ein Evangelienbuch getragen. Dieser Brauch besteht seit dem 8. Jahrhundert.
Die Prozessionen am Palmsonntag haben gleichzeitig einen religiösen Hintergrund: Jesus zog einige Tage vor seinem Tod in Jerusalem ein und wurde von den Menschen der Stadt mit Palmzweigen begrüßt. Mit der Palmsonntagsprozession und dem Segnen der Palmbüsche wird heute dieser Einzug gefeiert.
Die Palme ist das Zeichen des Sieges. Der Baum wurde früher als heilig verehrt. Vom Christentum wurden die Palmzweige als Symbol des Lebens übernommen. In Mitteleuropa wurden die Zweige durch Äste von Saalweiden, Buchsbaum, Wacholder oder Haselzweigen ersetzt. Die geweihten Zweige sollen vor Bösem schützen. Glück bringen sollen auch die ersten Frühlingsblumen, die man am Palmsonntag pflückt.

Gründonnerstag
Der Gründonnerstag ist der Donnerstag vor Ostern. Jesus soll an diesem Tag das letzte gemeinsame Mahl mit seinen Freunden gefeiert und ihnen zuvor, dem Brauch entsprechend, die Füße gewaschen haben. Diese Zeremonie wird teilweise in der katholischen Kirche heute wieder übernommen.
Am Gründonnerstag wird das
Chrisam geweiht. Er wurde früher aus Olivenöl mit etwas Balsam hergestellt, heute werden auch noch weitere Aromastoffe verwendet.
Der Name des Tages ist in seinem Ursprung nicht geklärt. Möglicherweise handelt es sich um eine volkstümliche Bezeichnung, die die ab dem 14. Jahrhundert bezeugte Sitte widerspiegelt, an diesem Tag grüne Kräuter und grünes Gemüse zu essen. So ist eine grüne Soße oder Suppe bekannt, die man an dem Tag zu essen pflegte. Sie enthielt sieben Gemüse oder Kräuter: Spinat, Salat, Lauch, Petersilie, Schnittlauch, Sauerampfer und Löwenzahn. Die "grünen Gerichte", die an dem Tag zubereitet und gegessen wurden, variierten in den verschiedenen Gegenden. Wenn auch verschiedene Arbeiten in der Karwoche nicht gestattet waren, so sollte es Glück bringen am Gründonnerstag im Garten Kräuter und Blumen zu säen.
Früher hat der Gründonnerstag
Greindonnerstag geheißen. Es war der Tag, an dem die Greinenden, die Sünder und Büßer, zum ersten Mal wieder am Gottesdienst teilnehmen durften, um ihre Schuld zu bekennen und dafür Vergebung zu erlangen.

Die Kirchenglocken:
In der katholischen Kirche verstummen am Gründonnerstag bei der Messe nach dem "Gloria in Exelsis" die Orgel und die Glocken. Man sagt, die Glocken flögen nach Rom auf den Petersplatz. Dort sollen sie vom Papst mit einem Zweig gesegnet werden, damit sie kraftvoll klingen und viele Menschen in die Kirche rufen. Die Glocken erklingen erst wieder am Ostersonntag. Wenn man die fliegenden Glocken am Himmel sieht, soll es einem Glück bringen.

Karfreitag
Der Karfreitag ist der Tag der Erinnerung an den Tod Christi, der höchste Feiertag der evangelischen Christen. Die Katholiken begehen diesen Tag in stiller Trauer. Für sie besteht ein Fastengebot.

Karsamstag
Der Karsamstag steht unter dem Zeichen der Vorbereitung auf Ostern. Das Haus wird gereinigt und die Speisen für das Fest werden vorbereitet. Der Name
Färbersamstag kommt wohl daher, dass an diesem Tag die Ostereier gefärbt werden.
In der Osternacht von Karsamstag auf Ostersonntag,
Ostervirgil, dem eigentlichen Höhepunkt der Osterfeierlichkeiten, wird das Feuer für die Osterkerze entfacht und zusammen mit Weihrauchkörnern geweiht.
Die Osterkerze gilt als Symbol für den Auferstandenen. In die Kerze werden zur Erinnerung an die Wunden Christi fünf Weihrauchkörner gesteckt. Am Licht der Osterkerze werden alle anderen Kerzen angezündet. Die Osterkerze steht auf einem gesonderten Leuchter bis Pfingsten neben dem Hochaltar. Die Kerzen der Christen, die in der Osternacht geweiht wurden, werden mit nach Hause genommen. Sie werden bei Krankheiten und anderen Nöten im Laufe des Jahres angezündet.
Schließlich wird in dieser Nacht das Taufwasser geweiht und es werden auch Taufen durchgeführt. In früheren Zeiten wurden die Taufen nur zu Ostern und zu Pfingsten durchgeführt. In dieser Messe erklingen nun wieder die Orgel und die Glocken, die am Gründonnerstag verstummt waren.

Die Osterfeiertage

Ostersonntag
Der Ostersonntag ist der wichtigste Tag der Osterfeiertage. An diesem Tag freuen sich die Christen über die Auferstehung Jesu. Es wird offenbar, dass das Wirken von Jesus nicht ohne Wirkung bleibt, sondern den Menschen wieder Hoffnung gibt. Die Feier beginnt in der Osternacht von Karsamstag auf Ostersonntag mit einem Gottesdienst, der an die Auferstehung Jesu erinnert.
Die Osterfeier des Paptes im Petersdom am Ostersonntag ist ein Höhepunkt für die katholischen Christen. Im Anschluss an die Messe hält der Papst eine Ansprache vom Balkon der Peterskirche und erteilt den traditionellen Segen
Urbi et orbi ["der Stadt (Rom) und dem Erdkreis"].
Am Ostersonntag werden auch heute noch viele Osterbräuche gepflegt. Bekannt in Deutschland ist vor allem das Ostereier suchen.

Ostermontag
Ostermontag ist der letzte Osterfeiertag. Dieser Tag ist in Deutschland ein gesetzlicher Feiertag. Die christliche Gemeinde besucht auch am Ostermontag den Gottesdienst.
Wie das gesamte Osterfest steht der Montag aber auch im Zeichen der Familie. Die ganze Familie ist versammelt und nimmt gemeinsam das Essen zu sich. Das Osterlamm ist wiederum der Mittelpunkt des Ostertisches. Osterspiele, Ostereier, Osterhase usw. stehen auch an diesem Tag im Mittelpunkt.
Oft werden auch an dem Ostermontag Ausflüge mit der Familie gemacht. Die in der Nähe stattfindenden Ostermärkte werden besucht. In verschiedenen Regionen werden am Ostermontag noch alte Osterbräuche gepflegt.

Die schönsten Osterbräuche

Ostereier
Zu den beliebtesten österlichen Bräuchen zählen Färben, Bemalen, Verstecken und Suchen der Eier. Schon vor 1.000 Jahren färbten Menschen Eier.
Der Brauch, zum Osterfest Ostereier zu färben, zu verstecken, zu suchen und zu essen ist bei uns sehr verbreitet. Das Ei ist ein Symbol des Lebens, der Fruchtbarkeit und der Lebenserneuerung. So wurden der Frühlingsgöttin
Ostara Eieropfer gebracht. Viele Sagen erzählen sogar, dass die gesamte Schöpfung aus einem Ei entstanden ist. Später verloren die Eier die Bedeutung als Opfer, sie wurden vielmehr ein Zeichen der Freundschaft. Die Kelten und Germanen sahen im Ei ein Bild für die Natur, die aus dem Winterschlaf erwacht. Für die Christen ist das Ei ein Sinnbild für die Auferstehung. Die harte Schale des Eis steht für das Grab, aus dem etwas Lebendiges hervorgeht. Der Verzehr von Eiern zu Ostern sollte nicht nur der Manneskraft zuträglich sein, es sollte auch allgemein der Gesundheit dienen, wenn man Ostern Eier aß.
Während der Fastenzeit war das Essen von Eiern verboten. So wurden vierzig Tage lang keine Eier verbraucht. Um sie länger haltbar zu machen, kochte man die Eier. Man sagt, dass man Pflanzenteile zum Färben der Eier mit in das Kochwasser tat. So konnte man später besser unterscheiden, welche Eier schon gekocht waren. Bis Ostern hatten sich so viele Eier angesammelt, die dann verzehrt werden mussten.
Für Deutschland ist der Brauch des Eierfärbens seit dem 13. Jahrhundert belegt. Vorzugsweise am Ostersamstag wurden Eier verziert und geschmückt, um dann mit anderen Lebensmitteln in dekorierten Körben zu Ostern in der Kirche geweiht zu werden. Zunächst wurden die Eier nur rot gefärbt. Diese Farbe symbolisierte für die Menschen Blut und damit Leben; erst in den letzten 300 Jahren kamen andere Farbtöne hinzu. Es wird vermutet, dass der Brauch, Eier zu bemalen, der Natur abgeschaut wurde, denn viele Vogeleier haben eine Färbung. Die rote Farbe hat in vielen Ländern für die Eier eine besondere Bedeutung, weil sie an die rote Sonne erinnert und weil Rot die Farbe des Lebens und des Gewittergottes Donar ist. Andere bevorzugten das Rot als Erinnerung an den Tod Christi am Kreuz. Bei den Motiven, mit denen die Eier verziert wurden, bevorzugte man Engel sowie das Christkind oder das Lamm mit der Friedensfahne.
Die Techniken, die man bei der künstlerischen Gestaltung der Ostereier verwendet, sind ganz unterschiedlich. Heute haben künstliche Farben, in die die Eier getaucht werden, die pflanzlichen Eierfarben verdrängt. Früher färbte man Rot mit Rote-Bete-Saft, Braun mit Zwiebelschalen oder Tee, Grün mit Efeu und Brennnesseln und gelb mit Kümmel oder Safran. Aber man kann nauch heute noch die Eierfarben aus Naturprodukten selbst herstellen. Mit Rote-Rüben-Saft erzielt man eine rote, mit Malvensaft eine blaue, mit Zwiebelsaft eine gelbe und mit Spinatsaft eine grüne Färbung der Eier. Mit Metallfedern und Salzsäure ritzt man Muster in die Eier und mit Wachs kann man die Muster auf dem Ei abdecken, die dann nicht mit gefärbt werden und weiß bleiben. Andere bunte Eier werden mit Blumen, Ranken, Rosetten, Herzen und Mustern bemalt und mit Wünschen und Sprüchen beschrieben.
Derart verzierte ausgeblasene Eier hängen mit bunten Bändern an den Osterzweigen, die das frische Grün des Frühlings tragen. Oft werden speziell zu Ostern kleine Osterbäume hergestellt. Ein Längsstab mit drei Querstreben wird mit reichlich Grün, meist Buchsbaum, umwickelt. An den Querstreben können dann viele geschmückte Ostereier an bunten Bändern aufgehängt werden.
Am Ostersonntag werden die bunten Eier, die der Osterhase versteckt hat, bei einem Spaziergang, im Garten und - bei schlechtem Wetter - auch im Haus von den Kindern gesucht.
Mit den gefundenen Eiern können verschiedene Spiele gemacht werden. Beim Eierticken werden zwei hart gekochte Eier mit den Spitzen aneinander "getickt". Das Ei, dessen Schale zerbricht, hat verloren. Das Eierrollen kann an einem Hügel oder einer anderen Schrägen gespielt werden. Die Mitspieler lassen ein Ei einen Hang herunter rollen. Das Ei, das am weitesten rollt, hat gewonnen, der Spieler darf die anderen Eier einsammeln.
Beim Suchen oder Finden der Eier blieb die Farbe nicht bedeutungslos. Wenn man zuerst ein blaues Ei fand, sollte das Unglück bringen, ein rotes Ei dagegen brachte drei Tage Glück.

Übrigens: Wart ihr schon einmal in einer Ostereier - Ausstellung? Nein? Wenn ihr dazu einmal die Gelegenheit habt - das solltet ihr nicht verpassen! Ein kleiner Vorgeschmack ist hier.

Osterfeuer und Osterräder

In der Nacht von Ostersamstag auf Ostersonntag oder in der darauf folgenden Nacht werden vielerorts Osterfeuer angezündet. Das Abbrennen des Osterfeuers ist ein alter Brauch. Um den Winter zu verjagen und die Frühlingsgötter zu begrüßen, wurden Frühlingsfeuer entzündet. Durch sie sollte das Land fruchtbarer werden und reiche Ernte bringen. Im 8. Jahrhundert wurden aus den Frühlingsfeuern Osterfeuer, ihre ursprüngliche heidnische Bedeutung wurde an den christlichen Glauben angepasst. Das Osterfeuer wurde Symbol für die Auferstehung Jesu. Über den Winter werden Zweige und Holz gesammelt und aufeinander geschichtet. Ostern trifft man sich dann bei Anbruch der Dunkelheit um das Osterfeuer zu entzünden. Diesen Brauch kannten schon die Germanen. Das Feuer sollte den Winter, aber auch Dämonen und Geister vertreiben. Darum wurden häufig Strohpuppen in der Mitte des Holzhaufens aufgestellt und mit verbrannt. Man kann aber auch in heidnischer Tradition eine Lumpenpuppe als Verkörperung des Winters verbrennen.Der Schein des Osterfeuers sollte den Menschen, die ihn sahen, Glück bringen. Die Häuser, auf die der Schein fiel, sollten sicher sein vor Brandgefahr und die Menschen, die in den Häusern wohnten, sollten vor Krankheit geschützt sein. Um den Schein möglichst weit reichen zu lassen, wurden die Osterfeuer meist auf Hügeln aufgeschichtet.
Bis heute wird der Brauch, am Ostersonntag Feuerräder einen Berg herunter rollen zu lassen, gepflegt. Die Sonne hat eine besondere Bedeutung bei den alten Bräuchen. Die brennenden Räder sind ein Bild der Sonne und des ewigen Lebens. Am Karsamstag werden Wagenräder und Eisenreifen mit Stroh umwickelt. Am Ostersonntag geht man dann mit den Rädern auf einen Berg. Hier wartet ein aufgeschichteter Reisighaufen, der nun angezündet wird. Wenn das Feuer herunter gebrannt ist, werden an der Glut die Feuerräder entzündet. Danach lässt man sie ins Tal rollen.
Osterfeuer entzünden

Osterfrühstück
Zum Osterfrühstück wurden früher die geweihten Eier und sonstigen Speisen gegessen. Auch heute ist das bunte Osterei ein ganz wichtiger Bestandteil des Osterfrühstücks. Darüber hinaus findet sich auf dem Frühstückstisch oft ein frisch gebackener Hefezopf oder ein anderes frisches Osterbrot.

Osterhase und Lamm

Typische Symbole, die Sie und Ihre Kinder in Form von Gedichten, Fingerspielen, Geschichten, Liedern oder Bastelarbeiten immer wieder aufgreifen können, sind das Lamm und der Osterhase. Als Hintergrund dafür wird vermutet, dass der Osterhase als Symbol für Fruchtbarkeit angesehen wurde, denn der Hase gilt als Vorbote des Frühlings. Die 1. Aufzeichnungen über den Osterhasen sind etwa 300 Jahre alt.
Symbol für den Opfertod von Jesus Christus ist das Lamm. Jesu' Tod und Auferstehung fanden in den Tagen des jüdischen Pessachfestes statt. Zum Pessachfest wurde, so der jüdische Brauch, ein Lamm geschlachtet. Die Lämmer sind auch Sinnbild für den Einzug des Frühlings, denn in dieser Jahreszeit werden die Lämmer geboren.
Für Kinder ist es ein unvergessliches Erlebnis, wenn man mit ihnen einen Bauernhof mit frisch geborenen Lämmern, Kaninchen oder Hasen besucht.
Bis zum 16. Jahrhundert wurden im Volksglauben die Ostereier von ganz unterschiedlichen Tieren gebracht. In einigen Regionen kam der Fuchs, in anderen der Hahn, der Storch oder der Kuckuck, aber auch der Kranich oder Auerhahn zu Ostern mit seinen Gaben. Spätestens ab dem 18. Jahrhundert ist nur noch der Hase als Frühlingsbote und Ostersymbol bekannt. Der Hase ist das Tier der Liebesgöttin Aphrodite sowie der germanischen Erdgöttin Holda. Er ist aber nicht nur Götterbote, er ist auch ein altes Zeichen für das Leben und für die Fruchtbarkeit, da Hasen im Frühjahr sehr vielen Jungen das Leben schenken. Wenn die Menschen früher die Hasenmütter mit ihren Jungen sahen, wussten sie, dass der Winter vorüber war und die Natur zu neuem Leben erwachte. Im Laufe der Zeit kamen der Osterhase und die Eier zusammen. Heute bringt er in seiner Kiepe die bunt bemalten Eier und Schleckereien.
Es gibt auch Vermutungen, der Osterhase sei eher aus Versehen der Osterbote geworden. Der Versuch der Bäcker, ein Osterlamm aus Teig zu backen, habe letztlich eher wie ein Osterhase ausgesehen. Das sich dieses missglückte Ergebnis jedoch als Vorstellung durchgesetzt habven soll, ist wenig wahrscheinlich.

Osterspaziergang
Auch der Osterspaziergang ist ein alter Brauch. Beim Osterspaziergang wurde nach der langen Winterzeit der Frühling und die sich erneuernde Natur begrüßt und aufs Beste genossen. Man machte sich schön für den Frühling, indem man neue Kleider trug.

Osterwasser
Dem Osterwasser kommt eine besondere, heilende oder Glück bringende Bedeutung zu, es galt als Symbol des Lebens, es hielt jung und schön. Selbst dem Ostertau, der mit großen Laken aufgefangen wurde, kam diese wunderbare Bedeutung zu. Weil das Wasser so wertvoll war, wurden häufig die Quellen und Brunnen mit Grün und Blumen geschmückt.
In früheren Zeiten bestand auch eine Sitte, Osterwasser gegen Haut- und Augenkrankheiten aufzubewahren. Man mußte am Ostersonntag in aller Frühe vor Sonnenaufgang das Wasser schöpfen und durfte keinem Menschen begegnen und mit keinem sprechen. Wer sich am Ostertag in einem solchen Wasser wusch, blieb von Haut- und Augenkrankheiten verschont.
Einst haben sich junge Frauen im fließenden Osterwasser gewaschen, sie holten schon früh am Ostersonntag Wasser aus der Quelle, weil dieses Osterwasser die Fruchtbarkeit förderte. Stumm musste der Weg hin und wieder heimwärts beschnitten werden. Es war nicht einfach, denn Jungen und neidische Weiber versuchten sie daran zu hindern, zu erschrecken und sie zu einem Schwatz zu verführen. Gelang es ihnen, so wurde das Osterwasser zum entweihten "Schladderwasser" und die Mädchen zum Gespött aller.
Je früher man zum Quell wallfahrte, desto weniger Verführern begegnete man. Dieser Ostergang hatte auch noch einen weiteren Sinn, dem Kinder und Erwachsene immer voll Erwartung nachgingen. In der aufgehenden Sonne, wenn der rote Sonnenball am Horizont erschien und sich zu voller Kraft entfaltete, sah man das Osterlämmchen hüpfen. Ein schöner Brauch, der bei starker Glaubenskraft im Frühlingserwachen und Frühdunst der dampfenden Erde immer wieder voll Spannung das Springen des Osterlämmchens im Sonnenball tatsächlich erleben ließ.


Die Osterkerze
In der Osterkerze vereinigen sich die griechische, jüdische, römische und christliche Lichttradition. Das Licht gilt als Zeichen des Lebens! Die Osterkerze und die Lichtfeier zu Beginn der Liturgie haben ihre 
frühesten Wurzeln in der Sitte der alten Kirche, die Osternacht mit zahlreichen Kerzen zu erhellen. Zusätzlich gab es in Rom den Brauch, die Osternachtsfeier mit zwei ca. 2m hohen Kerzen zu erleuchten.
Die gesamte Feuersymbolik des Osterfeuers ist auf die Osterkerze übertragen worden. Sie steht heute im Mittelpunkt der Osternachtfeier! Die Osterkerze symbolisiert den über Tod und Sterben siegenden und auferstandenen Jesus Christus.
Sie wurde 384 erstmalig in Piacenca in einem Brief des heiligen Hieronymus erwähnt. 417 spätestens gebrauchte sie in Rom Papst Zosimus. Ab dem 7. Jh. verwendeten alle Titelkirchen Roms die Osterkerze. Im 10. Jh. etablierte sich die Osterkerze auch beständig in der westlichen Welt. Sie wird heute, vom bereits geweihten, Osterfeuer entzündet und brennt während der Osterfestzeit. Danach wird die Kerze neben dem  Taufbrunnen aufgestellt und leuchtet bei Taufen als auch evtl. bei Gottesdiensten.


Die Osterkerze wird entzündet:
Dem alten Brauch nach wird die Osterkerze zu Beginn der Osternachtfeier von Karsamstag auf Ostersonntag am geweihten Osterfeuer entzündet und in die vollkommen dunkle Kirche getragen. Die Gemeinde begrüsst die Osterkerze mit dreimaligem Ruf: "Christus ist das Licht - Gott sei ewig Dank!" und stimmt an zum Exlutet (Preislied aus dem 1. Jahrtausend).
Die festlich geschmückte Osterkerze wird dann auf dem Osterleuchter angebracht und die Gemeinde entzündet ihre mitgebrachten Osterkerzen an jener Flamme. Damit soll bekundet werden, das Jesu der Ursprung des Lebens ist und Licht in die Dunkelheit bringt. Diese Bedeutung wird durch das Absenken der Osterkerze in das Wasser bei der Weihung des Taufwassers und dem Entzünden der Taufkerzen an der Osterkerze noch verstärkt. Der Brauch, die Osterkerze an alle Kirchenbesucher weiterzugeben ist in
Jerusalem als uralt bezeugt. Auch bei Begräbnismessen brennt die Osterkerze neben dem Sarg, um die Verbindung zwischen Tod, Taufe und Auferstehung zu verdeutlichen.

Motive der Osterkerze:
Es ist meist ein Kreuz, ein Lamm, eine Taube, das Sonnenlicht oder Wasser. Auf der Osterkerze werden an dem Kreuz mit 5 Wachsnägeln, Weihrauchkörnern, etc. die 5 Kreuzmale Jesu angeordnet und oberhalb des Kreuzes der erste griechische Buchstabe. Alpha für Anfang und unterhalb der letzte griechische Buchstabe Omega für Ende platziert. Sie symbolisieren: "ich bin der Anfang und das Ende".
Eine Jahreszahl ist ebenso auf der Kerze vermerkt. Wird sie zu Ostern des Jahres z.B. 2000 geweiht, so trägt sie diese Jahreszahl bis Ostern 2001, erst dann wird sie durch eine neue Osterkerze mit Jahreszahl 2001 ersetzt! Die weisse Kerzenfarbe steht für die Hoffnung und das neue Leben.
Die Osterkerze brennt nur während der 50tägigen Osterzeit von Ostern bis Pfingsten. Sie brennt aber auch an Taufgottesdiensten, um an ihr die Taufkerze zu entzünden und an Begräbnismessen.

Palmbüsche basteln
Ein alter Brauch ist es, dass Kinder im Frühjahr Palmbüsche herstellen. Zu diesem Zweck binden Sie und Ihre Kinder die Zweige des Buchsbaums (besser zu bekommen als Palmbüsche) zusammen. Diese Büsche können Sie anschließend mit bunten Bändern und österlichen Symbolen, wie Lämmern aus Papier, verzieren. Mit den geschmückten Palmbüschen wurden früher, gemäß heidnischem Brauch, das ganze Frühjahr hindurch Umzüge veranstaltet. In katholischen Gemeinden beteiligen sich noch heute am Palmsonntag die Menschen an den Palmsonntagsumzügen bzw. der Palmsonntagprozession. Die gebastelten Palmbüsche werden dabei mitgeführt und vom Pfarrer gesegnet. Hintergrund dafür ist: Zum einem haben die geschmückten Palmbüsche und die damit verbundenen Umzüge im Frühjahr einen heidnischen Ursprung. Mit ihnen sollte der Einzug des Frühjahrs gefeiert werden.
Für Ihre Kinder wird es eine Bereicherung darstellen, wenn Sie diese alten Traditionen aufleben lassen!

http://www.mathematik-online.de/F27.htm                  

http://www.ostern-osterfest.de/osterberechnung.htm

http://www.ostern-online.de/

                                                                                                                                      T+M