Festtage - Pfingsten
Pfingsten
aus:Wahrig Deutsches
Wörterbuch: Fest der Ausgießung des Heiligen Geistes
über die Jünger Jesu;
der fünfzigste (Tag nach Ostern)
Die Apostelgeschichte
des Lukas (Apg. 2,1-41)
seit dem 3. Jahrhundert bezeugt.
Sie
berichtet, dass die Jünger
Jesu am 50. Tag nach Ostern in einem Haus in Jerusalem zusammenkamen. Dort
empfingen sie die Gabe des Heiligen Geistes, die sie befähigte, in fremden
Sprachen zu reden:
"Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am
gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger
Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es
erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen
ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen,
in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.
In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus vielen
Völkern unter dem Himmel. Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen
und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden. Sie
gerieten außer sich vor Staunen und sagten: Sind das nicht alles Galiläer, die
hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören: Parther,
Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, von Pontus
und der Provinz Asien, von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet
Libyens nach Zyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten, Juden und
Proselyten, Kreter und Araber, wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große
Taten verkünden. Alle gerieten außer sich und waren ratlos. Die einen sagten
zueinander: Was hat das zu bedeuten? Andere aber spotteten: Sie sind vom süßen
Wein betrunken."
Kurzbeschreibung
Pfingsten gehört zu den
ältesten christlichen Festen. es
bildet den Abschluss des Osterfestkreises, der mit Ostern beginnt und 50 Tage umfasst
. Das
Wort Pfingsten ist griechischen Ursprungs (pentekoste = fünfzig).Heute z. T. an zwei Tagen begangen,
zeigt Pfingsten in seinem Brauchtum christliche und vor- oder außerchristliche
Bräuche.
In der christlichen Kunst wird die Ausgießung des Hl. Geistes meist
so dargestellt, dass Maria inmitten der Apostel steht, über ihren Häuptern
"Zungen von Feuer" und die Taube des Hl. Geistes
Den Stellenwert von Ostern oder Weihnachten hat es
allerdings nie erreicht.
Nach
kirchlicher Lehre ist der Heilige Geist in die Welt gesandt worden, um das Wort
und das Werk Jesu Christi zu erhalten. Noch im 4. Jahrhundert feierten die
Christen an Pfingsten auch die in der Apostelgeschichte erwähnte Himmelfahrt
Christi (Apg. 1,1-11), und nachdem sich Christi Himmelfahrt zu einem
eigenständigen Fest entwickelt hatte, wurde Pfingsten zum Fest des Heiligen
Geistes erhoben.
Pfingstmaien
sind frische Birkenzweige oder Birken, mit denen zu Pfingsten der
Altar, das Haus einer Respektsperson oder der Geliebten geschmückt wird.
Pfingst-Brauchtum
Allgemein bekannt ist die symbolische Ausgießung des Heiligen
Geistes , z.B. durch Herablassen einer Pfingsttaube in der Kirche sowie das Ausschmücken von Häusern und Kirchen mit Zweigen und Blumen.
Hirtenfeste, Königsschießen der Schützengilden, Maifeiern und Umritte sind
ebenfalls Bestandteile regionalen Brauchtums. Zu Pfingsten wird auch gerne ein
Pfingstfeuer entfacht, ein Freudenfeuer, das den Abschied von der Winterzeit
symbolisiert.
Pfingsten ist auch als blühendes Mai-Fest bekannt, das manchmal
in den Juni fällt. Pfingsten ist, wie die meisten sommerlichen Kirchenfeste, ein
Naturfest, das von Birkenduft und Blumenregen begleitet wird. Wenn ein Mädchen
am Pfingstsonntag sein Gesicht im Frühtau wäscht, bekommt es besonders zarte
Haut.
Am Pfingstmontag versammeln sich noch heute die Bauern und
Geistlichen vieler Gemeinden auf dem
Marktplatz, um von dort aus, begleitet von
Fanfarenbläsern, auf prächtig geschmückten Pferdenauszureiten. Früher wurde an
vielen Orten zu Pfingsten ein Ochse durch die Straßen geführt, der zum Fest
geschlachtet wurde ( Pfingstochse).
Die Pfingstrose mit ihren großen roten Blüten stammt aus den
Mittelmeerländern. Die zerriebenen Blätter der Pfingstrose sollen dem Wundwerden
der Kinder vorbeugen. Noch heute besucht man zu Pfingsten Quellbrunnen und
trinkt daraus ( Pfingstwasser). Der Pfingststrauch soll Gewitter, Krankheit und
Ungeziefer verscheuchen.
Pfingstlied
Komm, Gott Schöpfer, Heiliger Geist, Besuch das Herz der
Menschen dein! Mit Gnaden sie füll, wie du weißt, Dass dein Geschöpf vorhin
sein!
Denn du bist der Tröster genannt, Der Allerhöchsten Gabe teur,
Ein geistlich Salb, an uns gewandt, Ein lebend Brunn, Lieb und Feur.
Zünd uns ein Licht an im Verstand! Gib uns ins Herz der Liebe
Brunst! Das schwach Fleisch, in uns dir bekannt, Erhalt fest dein Kraft und
Gunst!
Du bist mit Gabensiebenfalt Der Finger an Gotts rechter Hand.
Des Vaters Wort gibst du gar bald Mit Zungen in alle seine Land.
Pfingstbewegung
Die "Pfingstbewegung" entstand 1906 in Los Angeles. Sie strebt
durch die "Geisttaufe" ein Leben christlicher Vollkommenheit und geistlicher
Fruchtbarkeit an. Zentrales Element dieser Bewegung ist das "Sprachengebet",
d.h. die Erfahrung von Gläubigen, in der Lage zu sein, in den verschiedenen
Sprachen zu beten. Die Pfingstbewegung hat seit Anfang des 20. Jahrhunderts
viele eigene Gemeinden in der ganzen Welt entstehen lassen. In Deutschland gibt
es ca. 300000 Mitglieder, die sich auf etwa 300 freie
Gemeinden, verschiedene
Pfingstkirchen und charismatische Erneuerungsbewegungen verteilen.