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Heilkräuter
Echter
Eibisch Echter Eibisch stammt ursprünglich aus Asien,
vermutlich aus der Gegend um das Kaspische, das Schwarze und das östliche
Mittelmeer. Wild wächst die mehrjährige Staude auf trockenen und feuchten Böden
in warmen Lagen, aber auch auf Salzwiesen und Brackröhrichten, in Deutschland,
zum Beispiel an der Ostseeküste. Die imposante Pflanze wird bis über einen Meter groß und gehörte früher in jeden
Kloster- und Bauerngarten. Ihre Stängel sind meist unverzweigt, an der Basis
verholzt und ebenso wie die Blätter samtig-filzig behaart. Die Blätter sind
drei- bis fünflappig und unregelmäßig gezähnt. Eibisch blüht von Juli bis
September, seine rosa bis weißen Blüten mit samtig behaartem Kelch stehen in
end- oder achselständigen Trauben. Nach zwei Jahren werden die Pflanzen gemäht, ihre bis zu einem halben Meter langen Wurzeln ausgegraben und gereinigt. Die Wurzeln sind faserig, teilweise in sich verdreht und längs gefurcht. Ist die Hauptwurzel verholzt, wird sie entfernt. Die circa zwei Zentimeter dicken Nebenwurzeln werden in etwa 20 Zentimeter lange Stücke geschnitten, dickere Wurzeln längs gespalten. Sie trocknen an der Luft oder bei Temperaturen zwischen 30 und 40 Grad. Es gibt zwei Handelssorten: die ungeschälte Wurzel (Althaeae radix naturalis) und die geschälte Wurzel (Althaeae radix mundata), bei der die Rinde vor der Trocknung entfernt wurde. Die Monographie des Europäischen Arzneibuchs erlaubt beide Sorten, die geschälte und die ungeschälte. Die Wurzelstücke schmecken süßlich und setzen beim Kauen Schleim frei. Ist die Droge überaltert oder wurde sie zu feucht gelagert, riecht sie säuerlich. Dieser Geruch entsteht durch die enzymatische Zersetzung des Schleims. Die frisch ausgegrabene Wurzel muss sehr schnell trocknen, damit sie nicht schimmelt. Eine übliche Zubereitungsart ist der Eibischsirup. Wegen des hohen Zuckergehalts ist er allerdings nur kurz haltbar, Diabetiker sollten den Gehalt an Kohlenhydraten berücksichtigen. Für die Herstellung empfiehlt der Deutsche Arzneimittel Codex Eibischwurzel mit kaltem Wasser zu übergießen und zwei Stunden lang unter häufigem Rühren zu mazerieren. Anschließend wird das Mazerat mit Zucker versetzt, kurz aufgekocht und noch heiß koliert. Danach werden Ethanol und Konservierungsmittel zugesetzt. Das Erhitzen auf über 60 °C zerstört den Schleim teilweise. Dennoch ist dies wichtig, um den Keimgehalt zu reduzieren. Technisch hergestellte Extrakte gewinnt man durch Perkolation oder Mazeration bei Temperaturen unter 40 °C. Dadurch wird vermieden, dass sich Stärke löst und der Extrakt eindickt. Verwendung Die lindernde Wirkung von Wurzeln und Blättern bei
gereizten Schleimhäuten ist anerkannt. Die Eibisch-Blätter können zur Linderung bei Schleimhautreizungen im Mund-
und Rachenraum und damit verbundenem trockenen Reizhusten und für die
Eibischwurzel zusätzlich die Linderung bei leichten Entzündungen der
Magenschleimhaut (Gastritis) verwendet werden. Die
enthaltenen Schleimstoffe sollen sich wie ein Film über die Schleimhaut legen
und sie so vor Reizungen schützen. Auf diese Weise wird der Hustenreiz
unterdrückt und auch die Schleimhaut des Magens geschützt. Für einen Tee aus
Eibischblättern übergießt man ein bis zwei Gramm Droge, das entspricht in etwa
zwei Teelöffeln, mit circa 150 ml heißem Wasser und lässt den Aufguss zehn
Minuten ziehen. Als Tagesdosis gelten 5 Gramm Droge.
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