Zur Orientierung: 
 
Home>
 
HeilkräuterAuswahl>
 Echter Lavendel

 

Heilkräuter

 

Der Echte Lavendel

Der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Lippenblütler. Die Anwendung des Lavendels lässt sich bis in die Antike zurückverfolgen. Bereits die Römer setzten ihrem Bad Lavendelblüten zu, um es wohlriechend zu machen, und es wird angenommen, dass sein Gattungsname vom Lateinischen "lavere" ( waschen) hergeleitet ist.

Als Droge dienen die vor der vollständigen Entfaltung gesammelten Lavendelblüten mit Kelch. Medizinisch und kosmetisch werden die Einzelblüten oder die Blütenstände verwendet. Die Trocknung sollte möglichst schnell im Schatten erfolgen.
Lavendel ist die charakteristische Pflanze der Hoch-Provence. Häufiger noch als der Echte Lavendel wird in der Provence der Lavandin angebaut, eine natürliche Hybride von Echtem Lavendel und Speik-Lavendel. Man findet ihn sehr häufig als Basis für preiswerte Essenzen und Öle. Der Duft ist aber schwächer als bei den Produkten aus echtem Lavendel.
 
Merkmale
Die aufrechten Zweige des Lavendels sind grün und vierkantig und erreichen eine Höhe von etwa 75 cm. Sie tragen gegenständige Blätter mit ganzem, nach unten eingerolltem Rand. Ihre äußerst schmale, lanzettliche Form hat der Art den Namen (angustifolie = schmalblättrig) verliehen. In den Monaten Juni bis September erscheinen endständige, tiefblaue Blüten, die in 6 - 10 blütigen Scheinähren angeordnet sind. Ihre etwa 10 mm lange Blumenkrone ist zweilippig mit zweilappiger, größerer Ober- und dreilappiger, kleinerer Unterlippe; der röhrige, dicht behaarte Kelch ist ungleich fünfzähnig. Zwei größere und zwei kleinere Staubblätter tragen je einen einfächerigen, mit einem Längsriß aufspringenden Staubbeutel.
Der Strauch kann bis zu einem Meter hoch werden. Seine Inhaltsstoffe sind 40 - 50 % Ester, 25 - 35 % Monoterpenole, Monoterpene, Sesquiterpene, Ketone und Oxide.

Die Vermehrung erfolgt durch Samen oder Ableger. Dabei wird der Trieb nicht gebogen, sondern gerade und komplett in die Erde gelegt.

Hinweis:
Lavendelöl gehört zu den am meisten gestreckten und verfälschten ätherischen Ölen. Meist wird das Lavendelöl mit synthetischem Linaloöl gestreckt. Mittlerweile werden auch Lavendelöle mit AOC-Siegel angeboten. AOC ist eine geschützte Bezeichnung, die nur Produkten aus einem genau definierten geografischen Gebiet und Anbaubestimmungen verliehen wird.
 
Nutzung
Aus den Blüten des angebauten Lavendels wird ätherisches Öl gewonnen, das zu kosmetischen Artikeln verarbeitet, aber auch als Heilmittel verwendet wird.
Ätherisches Lavendelöl wird mittels Wasserdampf-Schleppdestillation aus den blühenden Rispen mit Stängeln gewonnen.

Die Lavendelblüten besitzen cholagoge und leicht sedative Wirkungen. Man findet sie häufig als Zusatz zu Badekräutermischungen und in kosmetischen Zubereitungen; gelegentlich auch als Geruchskorrigentien in pharmazeutischen Präparaten.


Kleine Lavendelsäckchen werden häufig in Kleiderkästen gelegt, wo sie angenehm duften und vor Motten schützen.

Anwendungsgebiete bei innerlicher Anwendung sind Unruhezustände, Einschlafstörungen und Oberbauchbeschwerden wie Reizmagen oder nervöse Darmbeschwerden. Lavendelbäder erfrischen bei niedrigem Blutdruck und helfen bei Einschlafstörungen.

Die Volksmedizin wendet ihn seit alter Zeit als Sedativum bei allgemeinen Erregungszuständen, als Einreibungsmittel bei Neuralgien, Rheuma und Gicht, bei Migräne und Ershöpfung sowie als verdauungsfördernde Droge an. Sie soll Krämpfe lösen, die Verdauung fördern. Sie setzt ihn ferner ein in Form von Umschlägen bei Wunden und Schwellungen, als krampflösendes Mittel sowie als Karminativum und Diuretikum.

Seite erstellt: 03.03.07