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Heilkräuter

 

Engelwurz

Der Engelwurz gehört zur Familie der Doldengewächse. Die kräftige, bis zu 2,50 m hoch wachsende Staude wächst in den nördlichen Teilen Europas und Asiens. In Mitteleuropa wurde sie erst ab dem 14. Jahrhundert bekannt
Die Engelwurz hat ihre volkstümlichen Namen "Engelskraut" und "HeiligeGeist-Wurzel" zu Recht. Man kann auch Namen hören wie
(edle)Angelika, Theriakwurz, Zahnwurzel,  Erzengelwurz.
Die
große Pflanze mit grünlichweißen oder gelblichweißen Blüten, mit großflächigen, dreigeteilten Blättern duftet süß. Die Pflanze stirbt ab zwei bis vier Jahre, nachdem sie zum ersten Mal geblüht hat. Sie besitzt hervorragende Eigenschaften.

Inhaltsstoffe:
Ätherisches Öl, Cumarine, organische Säuren (Angelika-, Apfel-,  Baldrian-, Essigsäure u.a.),  Harz,  Gerb- und Bitterstoff

Ernte:

Die Engelwurz blüht von Juni bis August. Man pflücke ihre Blätter und Blüten unmittelbar vor dem vollen Erblühen. Als Heilmittel verwendet man aber den Wurzelstock.

Verwendung:
In der Likörindustrie wird sie zur Herstellung von Magenbittern und Kräuterlikören verwendet.

Wein
Aus Engelwurz (tonisch und verdauungsfördernd ): Man setzt eine Handvoll Wurzeln (oder mit gehackten Kräutern vermischten Samen in einem Liter Rotwein an und lässt diese Mischung 48 Stunden lang in einem lauwarmen Platz stehen .Davon ein Likörglas täglich vor der Hauptmahlzeit.

Naturheilkunde:

Aufguss:
Tee:
Ein halber Teelöffel fein geschnittener Engelwurz, ca. 1,5 g wird mit 150 ml Wasser kalt angesetzt und kurz aufgekocht oder mit siedendem Wasser übergossen und nach 10 Minuten abgeseiht. Eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten eine Tasse mäßig warmen Tee trinken.
Tagesdosis:
Getrocknete Wurzel: 4,5 g
Fluidextrakt (1 : 1): 1,5 – 3 g
Tinktur (1 : 5): 1,5 g
ätherisches Öl: 10 – 20 Tropfen

Aus Samenkörnern zubereiteter Aufguss und Absud hat eine stärkere Wirkung. Man nehme deshalb nicht mehr als fünf Prisen auf einen Liter und trinkt davon nur eine Tasse täglich.

Anwendung:
Aufgrund des Gehaltes an Bitterstoffen und ätherischem Öl werden Zubereitungen aus der Engelwurz vor allem bei leichten Magen- und Darmstörungen, Völlegefühl. Blähungen und bei Appetitlosigkeit eingesetzt, auch gegen allgemeine Ermüdung, Schluckauf, Erbrechen, nervöses Asthma Migräne, Menstruationsschmerzen: Von zehn bis zwanzig Prisen Wurzeln oder junger, frischer Triebe auf einen Liter Wasser trinke man tägl. eine Tasse.
Aus Samenkörnern zubereiteter Aufguss und Absud hat eine stärkere Wirkung. Man nehme deshalb nicht mehr als fünf Prisen auf einen Liter und trinkt davon nur eine Tasse täglich.

Aber Vorsicht:
Die Säfte der Engelswurz sind außerordentlich aktiv und können, wenn man sie zu oft verwendet, sehr unangenehme Hautentzündungen verursachen. Die Bäder dürfen niemals länger als drei Minuten dauern, und die Augen müssen sorgfältig vor jeder Berührung mit der Pflanze oder jeder mit Engelwurz versetzten Flüssigkeit geschützt werden.

Nicht anwenden
bei Magen- oder Darmgeschwüren, da die Engelwurz die Säureproduktion anregt.
Während der Behandlung auf längere Sonnenbäder und intensive UV-Bestrahlung vermeiden!
Die in der Pflanze enthaltenen Furanocumarine bewirken u. a. eine verstärkte Lichtempfindlichkeit der Haut und können zu Hautentzündungen führen (Photosensibilisierung).