Heilkräuter
Kornblume
Ihr Name hält die Erinnerung wach: Früher war die
Kornblume aus den Getreidefeldern nicht wegzudenken. Kein Sommerspaziergang
verging, ohne vom Feldrand einen Strauß Kornblumen mit nach Hause zu nehmen.
Das sah so schön aus! Heute ist sie dort selten geworden, aber sie gedeiht auch prächtig im Garten.
Die
Kornblume wird im Volksmund auch Roggenblume,
Tremse, Cyane,
Sichelblume, Ziegenbein oder Zachariasblume genannt.
Vorkommen
Im Sommer schmückte
diese hübsche kleine Blume jederorts reichlich die Feldwege und -raine, aus dem
Mittelmeergebiet stammend verbreitete sie sich mit dem Getreideanbau über ganz
Europa und ziert heute zusammen mit dem Klatschmohn die Felder. Charakteristisch
für die Kornblume sind ihre blauen Blütenblätter, die zusammen mit den
eigentlichen, vielen kleinen schwarzen Röhrenblüten, um welche sie herum
angeordnet sind, eine einzige große Blüte vortäuschen. Der Stängel der
einjährigen Pflanze ist dünn, die Blätter schmal.
Die Kornblume wächst
verbreitet auf sandigen bis lehmigen, sauren Äckern.
Sie blüht von Juni bis
Oktober, gesammelt werden die blauen Blüten im Juli und August, doch sollte sie,
wie alle Wildpflanzen, nicht in der Nähe chemisch behandelter Felder, an Straßen
oder Baustellen gesammelt werden.
Nutzen/Wirkung
Für einen Aufguss gegen Husten, Bronchitis und
Leberkrankheiten wird eine kleine Handvoll frischer Blüten mit einem Liter
Wasser überbrüht (etwa 5-10 Minuten ziehen lassen) und eine Tasse vor den
Mahlzeiten getrunken.
Für ein Fußbad (oder Vollbad) gegen Ödeme (oder
generell wunde, gereizte Haut) werden etwa eineinhalb Handvoll Blüten pro Liter
Wasser verwendet, die Anwendung ist einmal täglich.
Ein Absud für die Augen
wird folgendermaßen hergestellt: Eine kleine Handvoll Blüten wird in einem Liter
Wasser fünf Minuten gekocht und dann eine halbe Stunde lang stehen gelassen. Bei
der Verwendung des Absuds in den Augen ist darauf zu achten, dass sich keinen
Pflanzenteile mehr im Absud befinden, die ins Auge geraten könnten.
Für die
Haarspülung wird eine Handvoll der blauen Kornblumenblätter mit einem
Viertelliter kochendem Wasser überbrüht und drei Stunden ziehen gelassen, danach
abgeseiht. Nach dem Waschen die Haare leicht antrocknen lassen und die Spülung
hineinmassieren.
Geschichte
Eine griechische Sage erzählt, wie der
Zentaur Chiron mit der Kornblume die Wunde am Fuß des Achilles heilte. (Daher
der lateinische Name Centauria.) Die Kornblume soll Husten, Bronchitis und
Leberkrankheiten heilen und beschleunigt die Urinausscheidung in Fällen von
Nierenträgheit und Wasseransammlung. Auch fiebrige Erkrankungen wurden mit ihr
behandelt. Vor allem aber wurde sie zur Heilung von Bindehaut oder entzündeter,
geröteter und geschwollener Augen verwendet.
Ein Aufguss aus Kornblumenblüten
wurde verwendet, um grauem Haar einen distinguierten blauen Schimmer zu
verleihen.