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 Spinnenseide

 

Wunder der Natur
Spinnen-Seide
  

 

Die Spinnenseide

Für einige Biotechniker sind Spinnen geradezu hochinteressant. Spinnen benutzen schon seit 125 Millionen Jahre dasselbe Rezept für ihre Spinnseide. Dies schließen John Gatesy und Cheryl Hayashi von der Universität Wyoming aus ihrer Untersuchung der Seidenproteine verschiedener Spinnenarten.
Die Natur hat die Spinnen mit einem Stoff ausgestattet, dessen Zusammensetzung die Forscher seit geraumer Zeit herausfinden wollen : die Seide der Fäden.
Zum einen ist die Seide hochelastisch, dabei aber auch extrem stabil.
Die Spinnenseide ist fester als Stahl, dehnbarer als Nylon und wasserfest. Alle Versuche, dieses "Wundermaterial" künstlich herzustellen, scheiterten bis jetzt. Und auch die Spinnen wollen ihr Geheimnis nicht verraten, denn in Gefangenschaft gehaltene Spinnen produzieren zum Leidwesen der Forscher nur sehr wenig Seide. Die Spinne liefert auch die Rohstoffe dafür, genau in der richtigen Menge und ohne schädliche Abfallprodukte.
Die Spinnenseide wird beim Netzbau direkt aus einer Molekülsuppe geformt. Einige Webspinnen stellen bis zu sieben verschiedene Seidenarten her. Unter dem Elektronenmikroskop zeigt sich das erste Geheimnis : Ein Haltefaden besteht aus mehreren Einzelsträngen. Das erklärt die enorme Reißfestigkeit. Zuckermoleküle auf der Oberfläche halten die Feuchtigkeit. Feine Strukturen verleihen dem Faden seine Elastizität.
Nicht nur die kunstvolle Konstruktion macht Spinnennetze so stabil, sondern auch ihre chemische Zusammensetzung. Auf der ganzen Welt wollen Forscher das Geheimnis des biologischen Wundermaterials entschlüsseln. Am Institut für molekulare Biotechnologie in Jena werden die Spinndrüsen analysiert.
Hier werden die Gene exprimiert, die für die Produktion zuständig sind. Auch an der Universität von Wyoming in den USA konnten Wissenschaftler vor einigen Jahren den genetischen Code der Spinnseide entschlüsseln.                             
Spinnen, die ein Radnetz weben, nennt man Radnetzspinnen. Viele dieser Radnetzspinnen weben jede Nacht ein neues Netz. Die Seide des alten Netzes wird dabei aufgefressen und wieder zu Eiweiß verarbeitet.
Ein solches Radnetz hat einen Durchmesser von ca. 25 Zentimetern und besteht aus 20 - 60 Meter Seidenfaden. Zunächst spannt die Spinne eine Fadenbrücke zwischen zwei Punkten. Das gesamte Netz wird von diesem einen Faden getragen. Von ihm ausgehend spannt die Spinne dann einen Rahmenfaden, sodass er zusammen mit der Fadenbrücke ein großes Y bildet. Nun werden von dessen Mittelpunkt aus mehrere Speichenfäden eingezogen. Die Spinne begibt sich wieder zum Mittelpunkt, um nun die sogenannte Nabe zu kreieren, die kreisrund ist und das gesamte Gebilde verstärkt. Nun wandert die Spinne von Speiche zu Speiche spiralförmig um die Nabe herum. Dabei legt sie ihre Hilfsspirale, die dafür sorgt, dass die Speichenfäden an Ort und Stelle bleiben.. Die Spinne kehrt wieder zur Nabe zurück, und baut nun die eigentliche klebrige Fangspirale
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G
ewöhnlich bewegen sich die Spinnen auf der Unterseite ihres Netzes an den Klauen hängend fort, um zu verhindern, dass ihr Körper die klebrigen Fadenspiralen berührt. Beim Netzbau befindet sich in der Mitte eine trockene Spirale, die der Spinne als Plattform dient. Nachts liegt die Spinne meist in der Mitte ihres Netzes in Wartestellung, tagsüber zieht sie sich in ihren Kokon zurück. Ein öliger Überzug an ihren Füßen und spezielle Borsten verhindern, dass die Spinne selbst haften bleibt.